Gut geschlafen hatte ich in meinem Zimmer. Kein Wunder es war ja warm, trocken und windstill.
Für Sonntag hatte ich ein Date mit einer Bloggerin die ich zwar schon lange über ihren Blog und ihre Freundesliste kenne aber erst seit Kurzem zu ihrer Freundesliste zähle. Die liebe Rolline wollte den Sonntag für mich opfern. Wir waren zwischen 9:30 Uhr und 10 Uhr verabredet. Mit einem Becher Kaffee bewaffnet wartete ich in der Lounge. Frühstück gab es für mich ja nicht weil wir das gemeinsam geniessen wollten. Eine SMS verriet mir, dass ich mich noch ein wenig gedulden muss. Kein Problem, ich hatte eh meinen Foto vergessen einzupacken und so bin ich nochmal aufs Zimmer. Kaum dort angekommen klingelte schon mein Zimmertelefon eine säuselnde Stimme sprach zu mir: "Sie werden am Empfang erwartet!". Hups, da war Rolline doch schneller da als erwartet.
Wir hatten uns zuvor noch nie leibhaftig gesehen aber der rote Lockenschopf war leicht zu erkennen. Es war eine herzliche Begrüßung und irgendwie wusste ich, dass ich mich mit ihr gut verstehen würde.
An der Rezeption holten wir uns noch ein paar Frühstückstipps und los ging es. So ganz direkt ging unser Weg nicht aber immerhin konnten wir zwischendrin noch ein paar "Touristen" den richtigen Weg auf ihrem Stadtplan zeigen. Ich hoffe nur die beiden sind nicht irgendwo in der Alster gelandet.
Die supertolle Adresse die uns genannt wurde war natürlich brechend voll und das Wetter lud nicht unbedingt zu einem Aufenthalt im Freien ein. Was wir nicht wussten, in diesem Café muss man reservieren wenn man einen Tisch bekommen will. Mein Magen wollte aber nicht vorbestellen, er hatte schlichtweg nur Hunger.
Das Rathaus gleich um die Ecke erschien uns als gute Ausgangslage um ein Café zu ergattern. Ich muss sagen, das Rathaus ist zwar imposant und der Platz davor genauso aber es gibt dort außer einem Starbucks nichts wo man frühstücken kann. Ok, es gab noch eine Bäckerei aber die hatte wohl am Sonntag zu.
Ein Brückenwurf über einen Alsterarm entfernt gibt es allerdings eine nette Einkaufsmeile. kurz amüsierten wir uns als wir unten im Wasser ein paar dick eingepackte Kanuten sahen die die Schleuse passieren wollten. Der Schleusenwärter kam raus und meinte: "Wollt ihr durch die Schleuse????" Klar, da sind sicher öfter Kanuten die am Schleusenwärterhäuschen mal kurz ein Päuschen einlegen um dann wieder zurück zu fahren?!?!?
Das Café war recht nett und ein passender Platz auch schnell gefunden. Also das Frühstück war lecker und mein Magen sehr zufrieden und angetan. Die zweite Tasse Kaffee gönnten wir uns dann im Freien, geschützt durch ein Dach. Da war es dann auch vorbei mit bewölktem Himmel und kühlen Temperaturen, da öffnete der Himmel seine Schleusen und es goß in Strömen, da half auch das schützende Dach nicht mehr viel. Keine Ahnung was der Schleusenwärter angestellt hat, irgendetwas muss beim Schleusen wohl schief gegangen sein. Wir machten uns dann auf. Den kurzen Weg bis zur nächsten überdachten Passage schafften wir recht gut und dann, ja dann kam plötzlich die Sonne heraus und erweckte unser Lebenskräfte wenigstens ein wenig wieder. Den kurzen Weg zur Alster genossen wir die Sonne und selbstverständlich mussten wir gleich zum Hummelmann. Rolline meinte ich müsse unbedingt ein Bild vom Hummelmann machen. Machte ich auch.
Na gut, mir wurde erkärt, dass es ein Bild MIT mir sein soll. Oh weh, ob das der Hummelmann überlebt? Ich ließ mich mit sanfter Gewalt dazu überreden.
Also das Bild ist nicht verwackelt, ich hab nur so gezittert.
Ein kurzer Spaziergang noch auf dem Jungfernstieg und schon war wieder der Schleusenwärter aktiv. Warum sind Fußgängerampeln eigentlich rot wenn es wie aus Kübeln schüttet? Ein freundlicher Hamburger mit einem riesengroßen Schirm half uns wenigstens die Wartezeit an der Ampel einigermaßen im Trockenen zu ertragen. Nachdem es abzusehen war, dass die Schleusen an diesem Tag wohl noch ein paar Mal geöffnet werden würden beschlossen wir erstmal ins Hotel zu fahren. Taxi ging leider nicht und so beschlossen wir den Bus zu nehmen. Uns ging dann auch auf, dass es nicht besonders klug war unter einem Baum auf den Bus zu warten. Dank des starken Windes regnete es dort nämlich fröhlich weiter obwohl die Wolken gerade eine Pause einlegten.
Der Busfahrer war im übrigen der gleiche der mir Rollinchen ins Hotel gefahren hatte und somit wusste er schon gleich wohin wir wollten. Also die Busfahrer sind wirklich nett und kundig im Gegensatz zu den Taxifahrern. Der Taxifahrer am Samstag hatte keinen blassen Schimmer wo die Bernsteinbar zu finden ist und der Taxifahrer der mich dann wieder zum Hotel brachte wusste nicht wo mein Hotel ist.
Im Hotel habe ich erstmal meinen Koffer geholt und ausgechecked und dann haben wir es uns gemütlich gemacht. In der Hotelbar gibt es nämlich einen extra Raucherraum. Herrlich! Wir saßen im Trockenen schlabberten unseren Kaffee und konnten ohne Wind und Regen dazu eine Zigarette rauchen. Der Blick aus dem Fenster zeigte uns, dass wir es uns dort für den Rest der Zeit gemütlich machen konnten. Unsere Arche Noah die uns vor der Sintflut schützte. Aber auch die schönste Plauderei war leider irgendwann zu Ende. Mein Taxi zum Flughafen wartete. Zum Glück hatte in dem Moment der Regen aufgehört und so konnte auch Rolline trocken zum Bus fahren.
Es war wirklich schön auch wenn ich natürlich lieber noch viel mehr mit Rolline von Hamburg angeschaut hätte. Danke für den schönen Tag.
Am Flughafen angekommen wurde mir dann auch schnell klar, dass der Hamburger Airport doch ein kleines Stück größer als der Nürnberger. Hier hatte ich zuerst einen Automaten zu überwinden. Grundsätzlich bin ich ja diesem Computerzeug nicht abgeneigt aber das Teil hat mich geärgert. Wollte der doch glatt meine Flugnummer wissen. Also auf der Buchung stand ausdrücklich ich müsste nur meinen Personalausweis vorzeigen. Ich hoffte nur ich würde die richtige Nummer auf dieser unübersichtlichen Buchungsbestätigung abschreiben aber anscheinend war das Gerät damit zufrieden. Den Koffer aufgegeben und ab zur Kontrolle. Dieses kleine Gefühl von Privatsphäre die in Nürnberg herrscht gab es hier natürlich auch nicht. Ähnlich einem Viehabtrieb wurde man hier in verschiedene Zonen verschoben. Diesmal gab es aber auch keinen Striptease. Das "Tor" piepste nicht und meine Stiefel musste ich auch nicht ausziehen. Allerdings war man hier wohl beim "röntgen" etwas genauer. Mein kleines Taschenmesser am Schlüsselbund wurde entdeckt aber irgendwie trauten sie mir nicht genügend kriminelle Energie zu und ich musste mich nicht von ihm trennen.
Im Flugzeug wurde mir dann klar warum dieses unpersönliche Einchecken problematisch ist. Kaum jemand saß dort wo er hin wollte, Paare wurden getrennt und die Gruppe Mädels hätte sich wohl über das ganze Flugzeug hin kichernd und gackernd unterhalten müssen. Es wurde getauscht auf Teufel komm raus. Irgendwann fand ich mich neben einem jungen Mann, ich schätze ihn auf 17. Er hatte wohl Flugangst und somit war es ein ruhiger Flug. Meine Familie holte mich vom Flughafen ab. Zuhause angekommen merkte ich erst wie müde ich war. Es waren eine Menge Eindrücke die an diesem Wochenende auf mich einstürmten, das hat mich wohl geschafft.
Es war schön, es war eindrucksvoll und ich würde es jederzeit wieder machen.







Nachtrag zum asiatischen Hummermann
Für alle, dich nicht mehr zu den Nordlichtern gehören und die es nicht wissen
In Hamburg ist sagt mann:
Hummel, Hummel — Mors, Mors
Woher kommt dieser hanseatische Gruß?
Eines ist sicher, mit Hummeln hat dieser Spruch nichts zu tun!
Der vor ...